Smarter feeding
Frühgeborenenversorgung neu gedacht
Im Rahmen der Initiative „Smarter Medicine: Smarter Talents” überprüften Laura Renz und das Neonatologie-Team des Kinderspitals Zentralschweiz die Routinepraxis der Messung von Magenresten bei Säuglingen mit Ernährungssonden.
Obwohl diese Messung traditionell zur Beurteilung der Ernährungstoleranz eingesetzt wurde, zeigen Studien, dass eine routinemässige Messung der Magenreste nicht immer erforderlich ist und das Wachstum der Kinder sowie die Entlassung aus dem Krankenhaus unnötig verzögern kann. Die Richtlinien der Abteilung wurden überarbeitet, um einen selektiven, indikationsbasierten Ansatz zu implementieren, bei dem Absaugungen nur bei Vorliegen definierter klinischer Anzeichen durchgeführt werden.
Der selektive Ansatz
Das primäre Ziel dieser Initiative war es, die routinemäßigen Magenvolumenmessungen auf weniger als 5 % aller Mahlzeiten zu reduzieren. Die Richtlinien der Abteilung wurden überarbeitet, um von Routinekontrollen zu einem klinisch indizierten Ansatz überzugehen. Nach dem aktualisierten Protokoll wird eine Magenaspiration nur bei Vorliegen klinischer Anzeichen einer Nahrungsunverträglichkeit, bei Verdacht auf nekrotisierende Enterokolitis (NEC) oder bei spezifischen medizinischen Indikationen durchgeführt.
Wichtige Ergebnisse
Nach der Umsetzung der überarbeiteten Richtlinien wurde eine erhebliche Verringerung der geringwertigen Messungen beobachtet:
Die Magenrestmessungen sanken von ~13 % auf 2,7 %.
Das Ziel, unter 5 % zu bleiben, wurde übertroffen.
Trotz der Herausforderungen, die mit den schichtbasierten Arbeitsabläufen verbunden sind, wurde eine hohe Einhaltung der überarbeiteten Richtlinien unter dem Pflegepersonal beobachtet.
Diese Veränderung zeigt, dass sich geringwertige Interventionen im klinischen Alltag gezielt und erfolgreich reduzieren lassen
Eine Folgeevaluation ist für Sommer 2026 geplant, um die Nachhaltigkeit und die langfristigen Ergebnisse, einschließlich Wachstum und Dauer des Krankenhausaufenthalts, zu bewerten.
Laura ist Teil des Smarter talents Programms von Smarter medicine Schweiz.
Das CCHA unterstützt das Projekt durch Datenextraktion und Datenvalidierung vor und nach der Anpassung der Guidelines.